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Financial Times und Wirecard – Aktie gibt nach

Erneut hat es ein kritischer Bericht der Financial Times geschafft den Aktienkurs des im DAX notierten Unternehmens Wirecard nachgeben zu lassen.

Der nunmehr zweite Bericht des britischen Wirtschaftsmagazins in kürzester Zeit lässt das deutsche Unternehmen bis auf einen Preis von 105,15 EUR pro Aktie fallen (Kurs Xetra Schluss 20.12.2019).

Dabei sind die nunmehr erhobenen Vorwürfe gegen den Finanzdienstleister aus Aschheim keineswegs neu sondern vielmehr alt bekannt. Wirecard soll durch manipulierte und überteuerte Erwerbe von Unternehmensbeteiligungen seine Umsätze und Gewinne positive beeinflusst haben.

Insbesondere geht es hierbei um erfolgte Zahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb zweier Unternehmen im indischen Raum. So soll durch Wirecard ein deutlich zu hoher Kaufpreis für Unternehmensbeteiligungen gezahlt worden sein. Den stark angestiegenen Wert der Beteiligungen rechtfertigte das Unternehmen nunmehr durch Verweis auf das enorme Wachstumspotenzial des indischen Marktes für digitale Zahlungsdienstleister.

So entwickelt sich Asien mit seiner wachsenden Milliardenbevölkerung zu einem immer lukrativeren Markt, um auch in Zukunft beim digitalen Zahlungsverkehr gut positioniert zu sein versucht Wirecard seine Unternehmensbeteiligungen im asiatischen Raum auszubauen.

Durch den Erwerb übernahm Wirecard mehr als 900 Mitarbeitern an insgesamt mehr als zehn Standorten in Asien. Die nunmehr veröffentlichten Vorwürfe sind jedoch bereits bekannt und wurden laut Aussage des deutschen Unternehmens durch externe Prüfer genau kontrolliert und als unbegründet zurückgewiesen. Wie bereits auf den Bericht im Oktober 2019 reagierte das deutsche Unternehmen mit vollständiger Zurückweisung der Manipulationsvorwürfe und verwies auf die andauernde Prüfung der Unternehmensbücher durch ein externes Unternehmen.

Die Ergebnisse der Wirtschaftsprüfer werden im ersten Quartal 2020 erwartet, bis dahin ist davon auszugehen, dass die Berichte der Financial Times weiterhin auf dem Aktienkurs lasten werden. Jedoch anders als bisher wurde seitens Wirecard nicht lange mit einer direkten Antwort auf die Vorwürfe gewartet, sondern die Antwort kam unerwartet bissig und direkt nach Veröffentlichung des Berichts.

So wurde das wiederholte Vorbringen bereits bekannter Vorwürfe lediglich als Versuch einer erneuten negativen Berichterstattung abgewertet. Hierdurch versuchte das Unternehmen den Vorwürfen direkt jeglichen Entfaltungsspielraum zu entziehen.

Die Stellungnahme von Wirecard geht sogar so weit, dass unterschwellig eine Beeinträchtigung des Börsenkurses unterstellt wird. Ein Ende der Fehde zwischen Wirecard und der Financial Times ist aktuell nicht in Sicht, bisher hatte das Wirtschaftsblatt es immer wieder geschafft durch seine Veröffentlichungen den Kurs der Aktie nachgeben zu lassen und versöhnliche Worte lassen bisher auf sich warten.

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